Praxis für Psychotherapie
Tanja Harrer


Informationen zur Verhaltenstherapie

Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie gehört neben Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie und Psychoanalyse zu den von den Krankenkassen bezahlten Richtlinienverfahren. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie wissenschaftlich sehr gut abgesichert ist und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in ihre Behandlungskonzepte integriert. Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Verhaltens zu einem großen Teil gelernt und bestimmten naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die man als Lerngesetze bezeichnet. Diese beschreiben, wie Verhalten gelernt und auch wieder verlernt werden kann. Verhalten im Sinne der modernen Verhaltenstherapie umfasst sowohl das äußere Handeln, als auch inneres Verhalten wie Gedanken (kognitive Verhaltenstherapie), Gefühle, Einstellungen und physiologische Prozesse (Herzfrequenz, etc.).

Bei der Verhaltenstherapie wird mit verschiedenen therapeutischen Techniken (z.B. Expositionstraining, kognitive Umstrukturierung, etc. ) daran gearbeitet, dass problematisches Verhalten wieder verlernt wird und für die psychische und physische Gesundheit funktionaleres Verhalten ersetzt wird. In die moderne Verhaltenstherapie („dritte Welle der Verhaltenstherapie“) haben Themen Eingang gefunden, wie Achtsamkeit und Akzeptanz (Akzeptanz- und Commitment-Therapie nach Hayes; Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Linehan) und interpersonelle und psychodynamische Behandlungselemente (Schematherapie nach Young). Der Fokus liegt dabei auf der aktuellen Lebenssituation und der geschilderten Problematik, wobei auch die individuelle Biographie, im Sinne der Lerngeschichte mit in die Therapie einbezogen wird. Die moderne Verhaltenstherapie bezieht im Sinne einer allgemeinen Psychotherapie andere therapeutische Verfahren in ihre Behandlung mit ein (Hypnosetherapie, Gesprächstherapie, Gestalttherapie).

Indikationen für Verhaltenstherapie:
Angststörungen, Depressionen, Zwängen, Posttraumatischer Belastungsstörung, psychosomatischen Beschwerden, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen.

Was passiert in der Verhaltenstherapie?
Zunächst wird gemeinsam mit dem Patienten eine detaillierte Bestandsaufnahme der Beschwerden und der bestehenden Problematik gemacht. Daraus wird eine Problem- und Verhaltensanalyse abgeleitet, d.h. es wird herausgearbeitet wodurch das problematische Verhalten entstanden ist und was zu seiner Aufrechterhaltung beiträgt. Die Behandlung bezieht sich sowohl auf die Symptome der Störung als auch auf die der Störung zugrunde liegenden Probleme und Konflikte. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die aktuelle Problemlage und die Symptomatik des Patienten gelegt. Aus der Verhaltensanalyse werden Behandlungsziele abgeleitet und mit dem Patienten gemeinsam festgelegt. In der Behandlung kommen, je nach Diagnose, spezifische Techniken zum Einsatz, mit denen die Therapieziele erreicht werden sollen. Verhaltenstherapeutische Techniken sind: Expositionsverfahren (z.B. bei Ängsten und Zwängen Konfrontation mit der angstauslösenden Situation in der Vorstellung oder in der Realität), kognitive Umstrukturierung (Veränderung von Gedanken und Einstellungen), soziales Kompetenztraining (konkrete Übung zur Erhöhung der sozialen Fertigkeiten) und Entspannungsverfahren, Achtsamkeitsübungen, DBT-Skillstraining, Techniken aus der Schematherapie.


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